Brainwave Generator: Wie die Idee entstand

Ich selbst nutze verschiedene Brainwave Beats und experimentiere recht viel damit. Bisher habe ich mir die MP3s mit Audacity zusammengebaut. Dabei habe ich natürlich auch immer wieder nach neuen Effekten (Plugins/Addons) gesucht und auch hier vieles ausprobiert. Um wirklich flexibel zu sein muss man auch ganz schön suchen, um die richtigen Plugins zu finden. Zudem gibt es nicht DAS Plugin und so muss man sich auch mit den Eigenarten und den Einschränkungen der einzelnen Plugins auseinandersetzen. Ein paar Geschichten lassen sich noch anpassen – sofern man den Hang zum Programmieren hat. Aber so wirklich das Wahre ist das auch nicht. Ich möchte Audacity nicht schlecht machen! Audacity ist ein tolles und mächtiges Tool. Aber mein, und vermutlich auch der Fokus von vielen anderen, die mit Brainwave Entrainment arbeiten liegt eben bei dem Resultat selbst. Und da will ich mich nicht mit Speicherplatzproblemen, fehlenden Funktionen und individueller Programmiertechnik auseinandersetzen. Ich will die Frequenzen eingeben und das Ergebnis anwenden.

Und wenn ich schon programmieren muss um das zu bekommen was ich will, dann mache ich das in dem Bereich, den ich schon kenne und in dem ich wirklich frei bin. Also habe ich mal geschaut, wie ich sowas bauen könnte, dass ich wirklich alles reinbekomme was ich haben möchte. Aufgrund meiner Erfahrung bot sich natürlich eine Webanwendung an. Die letzten 15 Jahre habe ich fast nichts anderes gemacht und aus der Anwendungsentwicklung bin ich schon zu lange draussen. Eine Webapp hat gegenüber einem reinen Programm auch den Vorteil, dass man Änderungen Addhoc vornehmen kann. Man muss da nicht erst die Entwicklungsumgebung mit dem Compiler starten. Ein grosser Vorteil der Webanwendung ist auch, dass ich die generierten Dateien direkt auf meinem Fileserver habe und so direkt mit Smartphone, Tablet, Computer und Fernseher darauf zu greifen kann. Selbstredend kann ich ja auch die Webapp über all die Geräte bedienen. Okay, mit dem Fernseher ist das ein bisschen umständlich und nicht wirklich sinnvoll.

Das mit dem Fernseher bzw. mit dem Smartphone hat dann den Vorteil, dass ich am Computer im Browser die gewünschten Daten eingebe. Sobald alles eingegeben ist, gehe ich ins Wohnzimmer, Schlafzimmer oder auf die Terasse. Je nach dem, wie ich die Audiodatei abspielen möchte, schalte ich den Fernseher ein oder stülp mir die Kopfhörer über und such mir die soeben generierte Datei heraus und kann sie geniesen. Kein speichern, kein rumkopieren. Am Computer generiert und direkt auf dem Fernseher oder Smartphone abgespielt. so muss das sein.

Irgendwann lag ich mal im Bett und hörte über Kopfhörer mit meinem kleinen „Samsung Y“ eine Meditation an. Aber irgendwie war das an diesem Tag nicht so richtig stimmig. Ich hätte gerne die Datei leicht verändert und was anderes ausprobiert. Da ich keine Lust hatte aufzustehen und an den Computer zu sitzen, öffnete ich den Browser und startete die Webapp. Ich gab die Änderungen ein und wechselte wieder zum MP3-Player. Ich hörte mir das Ergebnis an. Und während ich mir das anhörte, wurde mir Das das erste mal richtig bewusst, was ich hier gerade gemacht hatte. Da war kein rumexperimentieren und wildes rumhantieren mit Dateien. Ich habe lediglich auf diesem extrem kleinen Display rumgewischt, ein paar Zahlen eingegeben und das Teil war fertig.

„So sollte das doch immer sein!“. „Boah, Wenn ich sowas doch schon früher gehabt hätte.“

„Wenn sowas für Jeden zugänglich wäre?!!“. „Das wäre doch der Hit!“.

Tja, so war das dann …

Natürlich konnte ich das was ich da auf meinem Testserver zusammengebaut hatte nicht nach aussen stellen. Die App war so wie ICH es brauchte und bedienen konnte. Das heisst dann aber noch lange nicht dass das Jeder gleich intuitiv bedienen kann. Ergo baute ich das ganze so um, dass es von jedermann bedient werden kann, der was mit Binaural Beats, Monaural Beats oder Isochronics anfangen kann. Da es aber auch Menschen gibt, für die diese Begriffe Fremdworte sind, es aber sicher nutzen wollten, wenn sie wüssten dass es das gibt, habe ich noch eine Knowledgebase (Wiki) und ein Forum dran gehängt.

Ergänzung: Den Beitrag hatte ich im Sommer 2016 veröffentlicht. Anfang 2018 verlor ich bei einem Festplattencrash alle Daten. Auch diesen Beitrag hier. Heute habe ich mich mal auf die Suche gemacht, ob ich noch irgendwas aus den Anfängen finden kann. Und siehe da, das Internet vergisst nichts. auf Archive.org sind die meisten „verlorenen“ Beiträge noch gespeichert.

Nun, heute, Anfang 2021 gibt es auch den Brainwavegenerator nicht mehr. Dafür aber Goodvibes. Und diese App ist noch einmal um Klassen besser. Denn da muss man keine Dateien mehr runterladen. Man stellt die gewünschten Werte ein, und die Töne werden direkt mit dem Computer, Tablet, Smartphone oder was auch immer generiert. Diese Töne sind dann auch nicht mehr durch Komprimierung verfälscht. Sie tönen so wie eingestellt, in allerbester Qualität.

Schäff